158. Vorlage (StaPla III A 2) an die Ratsherren über die
Bewilligung einer außerplanmäßigen Ausgabe von
87 000 RM für die Errichtung eines Bärenzwingers
am Köllnischen Park bei Kap.IX9 des Verwaltungs-
bezirks Mitte für 1938.
Ich beabsichtige, folgende Entschließung zu fassen:
Unter Anerkennung der Unabweisbarkeit genehmige
ich gemäß 91 Abs. 1 DBD. für die Errichtung eines Bären-
zwingers am Källnischen Park eine außerplanmäßige Aus-
gabe von 87 000 RM bei Kap. IX9 des Verwaltungsbezirks
Mitte, neuer Titel, des ordentlichen Haushaltplanes für
1928.

Begründung:

Zur Unterbringung der von der Stadt Bern und der
"BZ am Mittag" (Deutscher Verlag) der Reichshauptstadt
anläßlich der Übergabe der Glückwunschadresse zur 700-Jahr-
feier geschenkten 2 Bären soll im Köllnischen Park ein
Bärenzwinger errichtet werden. Die Auswahl dieses Platzes
erfolgte u.a. auch mit Rücksicht darauf, daß die Innenstadt
hierdurch um eine originelle und historisch sinnbildliche
Sehenwürdigkeit bereichert wird. Der Bauplan wurde in
Verbindung mit dem Projekt "Erweiterung der Märkischen
Museums" aufgestellt. Da die Entgegennahme der Schen-
kung nicht länger hinausgezögert werden darf, soll die Aus-
führung des Baues sofort in Angriff genommen werden.
Für die Errichtung des Bärenzwingers wurde als
geeigneter Platz der an der Rungestraße liegende teil des
Geländes bestimmt, auf dem sich z.Z. rin Straßenreini-
gungsdepot befindet. Da die Größe der für den Bären-
zwinger notwendigen Räumlichkeiten mit der Größe des
Straßenreinigungsdepots ungefähr übereinstimmt, wird von
einem völligen Abriß dieses Gebäudes abgesehen uns statt
dessen nur ein entsprechender Umbau vorgenommen. Die
Verteilung der Räume, Anordnung und Ausgestaltung der
Käfige sowie des Auslaufs erfolgt nach mehrfachen Be-
sprechnungen mit dem Baubüro des Zoologischen Gartens
und auf Grund der dort gemachten Erfahrungen.
Um einen zentral liegenden Oberlichthof gruppieren sich
an der Parkseite die Käfige, die Ausgänge zu den über-
deckten, schattigen Bärensitzplätzen und zum Auslauf haben.
An der Rungestraße befindet sich der Wärter- und Ein-
gangsraum, an dessen Seiten Lagerräume für Streu und
Futter angeordnet sind. Die Ausläufe der Bären sind von
einem 4m breiten und 2,10 m tiefen Wassergraben um-
geben, der außen von einer 1,40m hohen Brüstungsmauer
umschlossen wird. Um das allzu nahe Herantreten des
Publikums an die Brüstung zu verhindern, ist eine etwa
1,50m breite Schutzpflanzung vorgesehen. Das vorhandene
Klinkermauerwerk des Gebäudes wird beibehalten.
Die gesamten Kosten für den Umbau des Straßen-
reinigungsdepots zu einem Bärenzwinger betragen nach
dem von der Haupthochbauverwaltung ausgestellten Kosten-
anschlag 87 000 RM. Die für die anderweitige Unter-
bringung der Straßenreinigungsunterkunft erforderlichen
Mittel sollen zur gegebenen Zeit gesondert bereitgestellt
werden.
Die spätere Betreuung des Bärenzwingers soll durch
die Gartenverwaltung des Verwaltungsbezirks Mitte er-
folgen. Die jährlichen Unterhaltskosten betragen rd.
4000 RM, die sich aus ca. 1500 RM Futterkosten und den
Lohnmitteln für eine Jahresarbeitskraft zusammensetzen.
Die in Frage stehnede Arbeitskraft kann gleichzeitig für
die Pflege des Köllnischen Parkes eingesetzt werden.
Beigeordneter: Stadtrat Pfeil
Berlin, den 11.Juni 1938
Der Oberbürgermeister
Dr. Lippert