An Jroßvater Nante

Am 6. Januar 1956 wurde Nante zum dritten Mal Vater, aber zugleich, am 5.Januar, war er Großvater geworden. Die ersten Bärchen von Nante und Jette, Neese und Jurke, waren inzwischen in die Wuhlheide umgezogen. Sie wurden jetzt Bubi und Püppi genannt, so wie sie Bärenvater Porath schon früher rief.

Dort, im damaligen Pionierpark Ernst Thälmann, lebte auch die Bärin Iwa, ein Geschenk des Zirkus Barlay und mit ihr hatte sich Bubi angefreundet. Diese Bärenliebe hatte Nante zum Opa gemacht. Ole Rixdorfer widmete diesem Ereignis ein kleines Gedicht, veröffentlicht in der „BZ am Abend“.

Hier wird auch unser guter alter Bärenvater, August Porath, genannt, der unsere Stadtbären seit der Eröffnung des Zwingers bis Mitte der sechziger Jahre wohl behütete. Mit 77 Jahren erst gab er die Pflege seiner Lieblinge auf Zu seiner Zeit kannte fast jede Berliner Göre ihn als den Berliner „Bärenvater“.

An Jroßvater Nante
Da ick nich weeß, ob jejenwärtig
Dir een Besuch is anjenehm
(denn selbst een Jlücksfall macht een´ fertig),
will ick zum Schreiben mir bequem´n.
Ick drück´ de Tatzen - alle viere! -
Dir (zwar bloß bildlich, doch voll Kraft),
indem ick doppelt jratuliere;
Zur Jroß- sowie zur Vaterschaft.
Zeig´ diesen Brief ooch Deiner Jette
und schick ihn weiter an Dein´ Sohn
(Wuhlheide, „Iwas“ Wochenbette -
ach, hätt man doch Jewißheit schon,
wie v i l l e kleene Wappenbären
als Zuwachs man bejrüßen kann!
Drum bitt´ ick Dir, den Fall zu klären,
und wenn Du´t weeßt, dann ruf´ uns an!
Hop´s einfach über jene Kante
vom Zwinger, jeh´an´t Telefon,
brumm´in den Hörer: „ Hier is Nante“,
dann meld´ sich schon de Redaktion.
Doch sollt´det Hopsen Dir nich jlücken
(Jroßväter ha´m ja manchmal Jicht),
dann kannste Vater Porath schicken -
der jibt uns sicher promt Bericht!

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Letztes Update: Februar 2011