Die Bären kommen

Dann war es soweit, am 17.August 1939 wurde der Bärenzwinger im Kölnischen Park eröffnet. Die Berliner waren begeistert. In Anwesenheit hoher Gäste, darunter eine Delegation aus Bern, das Berlin zwei Bären nachträglich zur 700-Jahrfeier zwei Bären schenkte, gab es Applaus für „Urs“ und „Vreni“ aus dem Berner Bärengraben und „Jule“ und „Lotte“ aus dem Berliner Zoo.
Wer die Berliner kennt weiß, dass sie gleich poetisch werden und zur Feder greifen. Gleich vier Gedichte hat der Autor bei seinen Studien entdeckt und so vor der Vergessenheit bewahrt.

Ein Gedicht erschien bereits am Vortag, dem 16.8.1939, in der BVZ (Berliner Volks-Zeitung)

Die Bären kommen
Mit jewissem Unbehagen
Jreif ick jetzt zum Telefon.
Doch ick muß et Ella sagen,
Denn se weeß noch nischt davon,
Det aus unserm Ausjehn morjen
Nischt Jenauet werden kann.
Morjen hab ick andre Sorjen:
Morjen komm`de Bären an!
Hallo Elly, liebet Mädel,
Paß mal uff, so sieht et aus;
Schlag da det mal aus dem Schädel
Mit dem Ausjehn. Bleib zu Haus.
Wat? Du findest det nich richtich?
Ellymaus ick hab da jern,
Aber det is doch zu wichtich;
Unsre Bären komm aus Bern!
Unsre beede braunen Petzen
Sind schon morjen Mittag hier,
Und ooch du mußt schließlich schätzen
So`n lebendjet Wappentier.
Den Empfang mit zu jestalten.
Muß um drei Uhr ick dahin.
Det die ihren Einzug halten
Ohne mir - det is nich drin.
Siehste mal in ihrem Zwinger
Selbst die braunen Teddies, Kind,
Rufste jleich: „Jott, wie die Dinger
Niedlich und possierlich sind.“
Doch nun Schluß, mach keene Maschen.
Bleibste morjen schön zu Haus,
Jehn wa Freitag eenen naschen,
Jeh ick janz jroß mit dir aus!
Heinrich Mach

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Letztes Update: Februar 2011