Ein Bärenjunge tut sich um

Am 30. November 1953 veröffentlichte die Neue Berliner Illustrierte ein Gedicht von Paule Panke.

Sicher ist wird Inhalt aus heutiger Sicht sicher unterschiedlich beurteilt werden, aber Kulturpflege bedeutet für uns nicht, aus Tagessicht zu urteilen, sondern die Dinge so wiederzugeben, wie sie im Original geschaffen wurden.

Ein Bärenjunge tut sich um
Ick bin zwar nur een Bärenknabe
und noch recht kleen for mein`Bejriff,
mein Vater Nante meint, ick habe
noch lange nich den richtjen Schliff.
Doch wäre et for mir von Nutzen,
kiekt ick mir mein Berlin mal an,
wo tausende die Hauptstadt putzen
und sorjen, det sie jlänzen kann.
Denn Müdigkeiten kenn´ wa keene,
die Flut der Freude, die steicht hoch,
der Magistrat macht nich bloß Pläne,
nee, der verwirklicht sie ja noch.
Drum wollt´ick noch een Wörtchen sagen
zu sein Jeburtstag, der jetzt dran,
wir sollten uns mal ernstlich fragen
wat man ihn dazu schenken kann.
Und wennj ick det so recht bedenke,
denn jibt´s for unsern Magistrat
zu sein´ Jeburtstag zwee Jeschenke,
die janich schlecht. Die machen Staat.
Det eene is, wat schon jeschafft is
von uns, von euch in die fünf Jahr´,
womit Berlin jezeicht, wat Kraft is
und wat uns allen möglich war.
Det zweete, det is een Versprechen
an Ebert und sein Magistrat:
Ooch künftig jibt es keene Schwächen,
wir helfen mit, wir sind uff Draht.
Schon sehen wir det jroße Bauen
und füjen selber Stein uff Stein,
det stärkt doch unser Selbstvertrauen,
det janich jroß jenug kann sein.
Det war´s. Ick mußte doch mal kieken.
Vor Helfern sah Berlin ick kaum,
ick möcht´mir in den Schinken pieken,
damit ick weeß: Det is keen Traum.
Det lernte ick bei die Bekanntschaft:
Der Magistrat hat viel jeschafft,
ick freu´mir über die Verwandtschaft,
der Magistrat hat - Bärenkraft!

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Letztes Update: Februar 2011