"Für" und "jejen"

Am 28.August 1937 veröffentlichte die „BZ-am Mittag“ gleich zwei Gedichte und bezeichnete sie als Für.... und ....„jejen“. Das „jejen“ war aber, wie der Inhalt zeigt, nicht so ernst gemeint.

Für ...
Es klingt uns eine frohe Mär;
es kommt wahrhaftig nun ein Bär!
Er wird uns nicht erst aufgebunden,
er ist so gut schon wie gefunden.
Trägt er den Ring schon in der Nase,
mit dem er sich mit uns verlobt,
Geraten wir schon in Extase,
bevor wir seinen Tanz erprobt?
Der Bär, er kommt nun nach „Bärlin“,
bals ist er hier, bald siehst du ihn!
Du kennst ihn ohne Vorbehalt
bereits in mancherlei Gestalt.
Als Erd-Beer lebt er auf dem Land,
als See-Bär aber mehr am Strand,
und hat der Bromm-Beer etwa Beine-
dann nimm den Kater an die Leine...
Doch wird der Bär zum Wappentier,
gleichsam als lebendes Gesetz,
Dann schmettern wir ´ne Molle Bier.
Willkommen „unser“ lieber Petz!



...- und „jejen“
Da las ick neulich in der Presse:
Berlin braucht een lebendjen Bär!
Ich dachte bei mir, meine Fresse,
Wat woll`n die Leute bloß noch mehr ?
Ick kann det janich ulkig finden,
Vaehrt man uns so`n Meister Petz.
Wir lassen uns keen Bär`n uffbinden!
Det fehlt uns noch zu juterletzt.
Det bleibt doch sicher nich bei eenen...
So wat vamehrt sich schließlich ooch!
Erst is`s een Paar, dann komm` de Kleenen,
Zuletzt sind` Bären noch und noch.
De Bär`n, die fleißig im Jebären,
Die fressen uns von Kopp det Haar.
Na, und wat aus u n s denn soll werden,
Wenn det so jeht eenhundert Jahr?
Ick schlage vor Schluß der Debatte
Der Bär bleibt bloß een Wappentier.
Sonst hab`n se alle eene Platte,
Die die “800“ feiern hier!

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Letztes Update: Februar 2011