Willkommen, Meister Petz

heißt es in einem Gedicht, veröffentlicht in der „BZ am Mittag“ am 17. August 1939, dem Tag der Eröffnung des Bärenzwingers im Köllnischen Park:

Am Zwinger flattern bunte Tücher,
Manch Haus hat sich für euch verschönt.
Willkommen denn, Ihr Wappenviecher,
Die wir so lange schon ersehnt.
War noch der Himmel gestern trübe,
Heut lächelt er dem Petzquartett,
Mit ´ner besonders großen Rübe
Grüßt euch heute die B.Z.!
Na, einmal mußte es ja klappen.
Nun seid ihr endlich, endlich da,
Lebendig, und nicht bloß im Wappen!
Wie fühlt sich Bade als Papa!
Verwundert steht er vor der Kiste,
Bloß e i n e n hat er doch gewollt!
Als Vierlingsvater, Mensch, da biste
Wohl doch ein bißchen überrollt!
Und mit ihm staunten Kurt und Leni,
Und wer sonst noch herbeigerannt;
B.Z-Bär, Zoo-Bär, „Urs“ und „Vreni“!
(Wie provisorisch sie genannt):
Drei Bärenmädchen blühn am Wege
Für einen einz´gen Bärenmann!
Ein „Trigamist“ im Freigehege!
Na „Urs“, det fängt ja richtig an!
Doch heute woll´n wir euch nicht stören,
Der Trubel macht euch schon konfus.
Drei Bräute sind für einen Bären
Vielleicht det, was er haben muß!
Und, was hier höchstens einzuschalten,
Wenn Urs hier was was Verbot´nes tut:
Mensch, gleich drei Weiber kurz zu halten,
Dazu gehört ein Bärenmut!
Du darfst sie alle drei „verputzen“,
Wie manchen roten Rübenstrunk..
Drum ran, ihr Bären, ran, ihr Mutzen,
Doch vier sind uns noch nich jenug!
Und wenn ich wieder Reime biege,
Wie es heut gern getane Pflicht:
Dann b r u m m t es in der Bärenwiege!
Drum Meister Petz,, enttäusch´ uns nicht.
Gerhard Fließ
(Druckfehlerkorrektur durch den Autor)

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Letztes Update: Februar 2011