Tilo, Maxi und Schnute

Mit Taps kam seine Schwester Schnute, geboren am 18.1.1981 in Staßfurt, am 10.6.1981 zunächst im Tierpark und am 7.7.1981 zum Zwinger im Köllnischen Park.

Schnute

Von ihnen stammt Maxi, geboren am 14.1.1986, die im Zwinger geblieben ist.

Maxi

Nachdem Taps verstorben war, brauchte Berlin einen neuen Stadtbären und Schnute und Maxi einen neuen Partner. So kam Tilo, geboren am 8.1.1990 in Bischofswerda, am 26.7.1990 zunächst in den Tierpark und dann im August dazu.

Tilo (im Hintergrund Maxi)

Tilo, Schnute und Maxi haben auch bereits einiges erlebt. So sollte das Ende der Spaltung Berlins beispielsweise auch ein Ende ihrer Bärenheimstätte werden. Der legendäre und bei vielen Berlinern beliebte Direktor des Berliner Tierparks, Prof.Dr.Dr. Heinrich Dathe, mußte seine Wirkungsstätte nach der Wiedervereinigung altersbedingt verlassen und ein neuer Direktor übernahm sein Amt. Der Bärenzwinger sollte nun angeblich, den Anforderungen für eine artgerechte Haltung der Bären nicht mehr entsprechen und der neue Tierparkdirektor lehnte es ab, den Bärenzwinger weiter zu unterhalten, weil der Tierpark ihn nicht brauchte und den notwendigen Umbau nicht finanzieren konnte.

Kurzum, er sollte geschlossen werden. Der Stadtbezirk Mitte konnte diese Haltung natürlich nicht akzeptieren, diese Berliner Sehenswürdigkeit einfach abzuschaffen. Nach dem Motto, wenn er die Bären behalten möchte muß er sie übernehmen, wurden sie dem Stadtbezirk Mitte "übergeben" und der Stadt Berlin geschenkt.

Natürlich rief das die Berliner auf den Plan. Mit großer Unterstützung der Medien begann eine heftige Protestwelle gegen die beabsichtigte Schließung. Die Berliner Morgenpost richtete beispielsweise eine spezielle Hotline ein, über die täglich die Meinung der Berliner veröffentlicht wurde und eröffnete ein Sonderkonto mit dem bezeichnenden Kennwort "bärenstark". Hier wurde wiederum sehr deutlich, was die Bären den Berlinern bedeuten.

Letzlich wurde eine Lösung gefunden. Der damalige Berliner Finanzsenator, Elmar Pieroth, gab die Zusage für die Finanzierung einer Rekonstruktion und der Zwinger wurde umgebaut. Die damalige Bezeichnung des Zwingers von Pieroth als "Juwel inmitten der Weltstadt" verdient es festgehalten zu werden. Am 2.7.1992 wurden die drei Bären vorrübergehend auf dem Gelände des ehemaligen Staatszirkus der DDR in Hoppegarten einquartiert. Für DM 350.000 wurde einiges erneuert, insbesondere in den Käfigen eine Fußbodenheizung eingebaut, eine Glaskuppel für mehr Licht installiert und elektrische Leitungen und Wasserleitungen sowie die Pumpenanlage erneuert.

Am 2.4.1993 waren Tilo, Schnute und Maxi wieder in ihrem Bärenheim.

Diese drei prächtigen Petze bilden auch heute noch die Stammbesetzung. Der schwarzbraune Tilo ist ein gutmütiger Geselle, der gern mit der hellbraunen Maxi spielt, während Schnute, stattlich und mittelbraun, oft ihre Vorherrschaftsansprüche als Zwingerälteste durchzusetzen versucht. Sie alle haben viele Freunde unter den Berlinenrn, die sie regelmäßig besuchen. Viele Besucher sind beeindruckt, wenn sie auf zwei Beinen stehend ihre ganze Größe zeigen, die bei großen Bären, bis zu über drei Metern reichen kann. Stolz ist aber auch der Ur- und City-Bezirk Mitte auf die Stadtbären, auch wenn der Unterhalt des Zwingers Kosten und Mühe verursacht. Verantwortlich ist das Naturschutz- und Grünflächenamt, dessen Leiter, Herr Stefan Rauner, liebevoll Bärenvater genannt wird, der die gute Tradition von Hans Martin fortsetzt.

Online seit April 1999

Letztes Update: Februar 2011